Bergsturz von Köfels

Bei der Blocklandschaft Niederthais handelt es sich um auf den Gegenhang aufgebrandete Teile des Bergsturzes von Köfels. Dieser fand vor ca. 8700 Jahren statt. Das Alter des Sturzereignisses wurde mit unter der Bergsturzmasse erbohrten Holzresten mit der Radiokarbonmethode datiert. Beim Berg-sturz von Köfels handelt es sich um den größten Bergsturz in den kristallinen Serien der Alpen, sein Volumen betrug zwischen 2-3 km³!

Durch den Bergsturz wurde das gesamt Ötztal abgeriegelt und die Ötztaler Ache aufgestaut. Bis sich die Ache einen neuen Durchgang durch die Sturzmasse gegraben hatte (heute Mauracher Schlucht), kam es hinter dem »Riegel« zur Ablagerung der Sedimente, die heute die Ebenen des Längenfelder Beckens bilden.

Im Zuge des Sturzereignisses kam es zur Bildung von Bimssteinen, die vermutlich durch die Reibungshitze des Bergsturzes entstanden sind. Die Bauern des Ötztales nutzten den Bimsstein bereits in historischer Zeit als Baumaterial und zur Reinigung von Fässern. Lange Zeit wurde das Vorhandensein von Bimsstein durch die vulkanische Natur des Gebirges bei Köfels erklärt, eine Theorie, die sich aber nicht halten konnte.

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